Warum benötigen ausländische Ärztinnen und Ärzte eine Berufserlaubnis?
Um in Deutschland als Ärztin oder Arzt tätig zu sein, ist eine Berufserlaubnis erforderlich. Für ausländische Ärztinnen und Ärzte ist diese Erlaubnis zudem Voraussetzung, um die Berufsbezeichnung „Arzt“ bzw. „Ärztin“ führen und den ärztlichen Beruf ausüben zu dürfen. Laut Statistik der Bundesärztekammer vom 31. Dezember 2022 gab es in Deutschland rund 421.252 approbierte Ärztinnen und Ärzte. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten etwa 59.883 ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Struktur der Fachsprachenprüfung (FSP)
Anamnese
Die Anamnese ist das A und O. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder ärztlichen Tätigkeit und beschreibt das Gespräch zwischen Patientinnen bzw. Patienten und ihren behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzten. Es gibt verschiedene Arten der Anamnese, wie die Eigenanamnese, die Familienanamnese und die vegetative Anamnese. Wir stellen Ihnen den Zweck und die unterschiedlichen Formen der Anamnese vor.
Denken Sie daran: Eine ausführliche Anamnese ist die halbe Diagnose.
Arztbrief
Zweck eines Arztbriefes
Informationsaustausch: Der Arztbrief übermittelt alle wichtigen Informationen über den Zustand und die Behandlung einer Patientin bzw. eines Patienten an die weiterbehandelnden Ärztinnen und Ärzte (z. B. Hausärztinnen, Hausärzte oder Fachärztinnen, Fachärzte).
Dokumentation: Der Arztbrief dient als zentrale Dokumentation der Krankengeschichte einer Patientin bzw. eines Patienten im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungspflicht.
Therapiekoordination: Er ermöglicht eine koordinierte und sektorenübergreifende Versorgung unter Einbeziehung verschiedener Leistungserbringer wie Krankenhäuser, Fachärzte, Physiotherapeutinnen, Physiotherapeuten oder Sozialdienste.
Nachvollziehbarkeit: Er erlaubt den weiterbehandelnden Ärztinnen und Ärzten, den Krankheitsverlauf nachzuvollziehen und zukünftige Entscheidungen fundiert zu treffen.
Kommunikation mit medizinischem Personal
- Arzt-Arzt-Gespräch: Fallvorstellung, Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen
Kommunikation mit medizinischem Personal (SBAR-Modell) - Erklärung einer Diagnose oder eines Verfahrens gegenüber der Patientin bzw. dem Patienten (Gesprächstechniken)
- Mitteilung einer Diagnose (Aufklärung über Risiken und Krankheitsverlauf)
FSP-Kurse
Medizinischer Wortschatz
Sie lernen den korrekten Gebrauch der medizinischen Fachsprache im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie die angemessene Alltagssprache im Gespräch mit Patientinnen und Patienten. Sie erhalten umfangreiches Unterrichtsmaterial, um sowohl die medizinische Terminologie als auch die Umgangssprache gezielt zu trainieren.
Diagnose
Der diagnostische Prozess auf der Grundlage der medizinischen Fachsprache erfordert fachärztliche Kompetenz sowie die Fähigkeit, medizinische Terminologie und Strukturen zu verstehen und anzuwenden. Dieser Prozess beginnt mit der Beurteilung der Symptome (Anamnese), der klinischen Untersuchung und weiteren Tests, die gemeinsam zur Diagnosestellung führen.
Therapien
Damit eine „medizinische Behandlung“ bzw. der Informationsaustausch über medizinische Therapien möglich wird, sind zwei Aspekte der Kommunikation entscheidend: Ärztinnen und Ärzte müssen eine patientenzentrierte Kommunikation praktizieren, die aktives Zuhören, Empathie, klare Erklärungen und den Aufbau einer Vertrauensbeziehung umfasst.